romy fischer

körper, seele und geist heilend begegnen

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Was ist sexueller Missbrauch bei Kindern?

11. Oktober 2019

Sexueller Missbrauch von Kindern bezeichnet willentliche sexuelle Handlungen mit, an oder vor Kindern (vgl. WHO, 1999, S. 15-16). Bei Erwachsenen spielt dabei oft ein Machtgefälle zwischen dem Täter und seinem kindlichen Opfer eine zentrale Rolle. Sexuelle Übergriffe können jedoch auch von gleichaltrigen Kindern oder auch Geschwistern ausgehen.

Sexueller Missbrauch wird häufig gleichgesetzt mit Vergewaltigung. Aber zwischen Erwachsenen und Kindern sind nicht nur Geschlechtsverkehr, oraler und analer Sex als sexueller Missbrauch zu verstehen, sondern auch alle Handlungen eines Erwachsenen, die er mit der Absicht ausführt, sich sexuell zu stimulieren.

Die Häufigkeit sexuellen Missbrauchs ist durch die große Dunkelziffer nicht genau zu bestimmen. Die Schätzungen belaufen sich für Deutschland auf rund 10%, die in Kindheit und Jugend sexuellen Missbrauch erleben (Bieneck, Stadler & Pfeiffer, 2011; Häuser, Schmutzer, Brähler & Gläsmer, 2011). Internationale Studien fanden Häufigkeiten sexuellen Missbrauchs von 7% bis 36% für Mädchen und von 3% bis 29% für Jungen (Finkelhor, 1994; Pereda, Guilera, Forns & Gomez-Benito, 2009). Die große Schwankungsbreite der Häufigkeiten ist durch unterschiedliche zugrunde liegende Erhebungsmethoden und Definitionen zu erklären. Die Opfer sind überwiegend Mädchen, aber sexuelle Gewalt wird auch Jungen zugefügt. Nicht selten sind schon Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Etwa 90% der aufgedeckten sexuellen Vergehen werden von Männern begangen, rund 10% der Täter sind Frauen (z. B. Peter, 2009).

Sexuelle Misshandlungen lassen sich in sogenannte «Hands-On»- und «Hands-Off»-Taten unterteilen. Bei den «Hands-On»-Taten kommt es zum Körperkontakt zwischen Opfer und Täter. Unter «Hands-Off»-Handlungen fällt das Vorzeigen pornografischer Materialien bzw. das Herstellen pornografischer Fotos und Filmaufnahmen von Kindern, Exhibitionismus, Voyeurismus sowie alle weiteren sexuell-intendierten Handlungen ohne körperliche Berührung zwischen Kind und Täter.

Ob Außenstehende die sexuellen Übergriffe als «schlimm» oder «traumatisch» einstufen, ist unwichtig. Entscheidend für die klinisch therapeutische Unterstützung ist es, wie sie das betroffene Kind erlebt.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ulm (DGKJP)

Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz

Weshalb wehren sich Vergewaltigungsopfer nicht?

19. September 2019

Schockstarre, tonische Immobilität, Totstellreflex, drei Begriffe für ein und dasselbe. Eine Studie welche 2017 in der Zeitschrift Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica veröffentlicht wurde stellt fest, dass der Zustand der Schockstarre weitaus verbreiteter ist als bisher angenommen.

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Sexualstrafrechtspraxis versus Totstellreflex

14. September 2019

Eine vertieftere Betrachtung des Alltäglichen und doch Unbekannten.
Ausgangslage im Schweizerischen Strafrecht
Während dem die im Mai 2011 verfasste und in der Schweiz am 1. April 2018 in Kraft getretene „Europäische Konvention zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ (die sogenannte „Istanbul-Konvention) besagt, dass nicht nur Vergewaltigung sondern jede sexuelle Handlung mit einer anderen Person ohne gegenseitiges Einverständnis als Straftat zu gelten habe, unterscheidet das hoffnungslos veraltete schweizerische Sexualstrafrecht u.a. noch immer „Vergewaltigung“ (Art 190) und „Sexuelle Nötigung“ (Art. 189).

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Totstellreflex wenn's ums Überleben geht, oder weshalb sich ein Opfer bei Vergewaltigung nicht wehrt

2. September 2019

Wenn’s ums Überleben geht reagieren wir biologisch, nicht logisch. Unser Zentralnevensystem reguliert uns autonom. Wird Kampf oder Flucht verunmöglicht, bleibt uns noch die Immobilisierungsreaktion = Totstellreaktion. Dieser Totstellreflex sollte das Überleben sichern. Leider wird genau diese, nicht selbstgewählte «Untätigkeit» dem Opfer zum Verhängnis, wenn es darum geht einen Vergewaltiger erfolgreich vor Gericht zu bringen. Denn, so das Credo, wer sich nicht wehrt, wird nicht vergewaltigt. Soll heissen, wer Vergewaltigung über sich ergehen lässt, wird nicht vergewaltigt.

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Jeder fünfte Vergewaltiger muss nicht ins Gefängnis

1. Juli 2019

Vergewaltigungs-Prozesse sind Alltag an Gerichten. Viele Verurteilte müssen nie ins Gefängnis. Nun will der Bundesrat das Gesetz verschärfen.

Meiner Meinung nach ist es allerhöchste Zeit die Praxis zu ändern. Kurzer Spass des Vergewaltigers, langes Leiden der Vergewaltigten. So sieht die Realität aus, welche mir in meiner Praxis begegnet. Lesen Sie weiter!

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Bedrohung, Trauma-Eindrücke und die Augen

12. Juni 2019

WOW, ich habe prima vier Tage Weiterbildung mit dem Thema Arbeit mit den Augen nach traumatischen Erlebnissen verbracht. Das war so genial zu erleben, wie effektiv und gleichzeitig sanft, Somatic experiencing erlebte Traumata reguliert und erlöst.

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Sexuelle Gewalt in der Schweiz

22. Mai 2019

Sexuelle Gewalt ist in der Schweiz weit verbreitet, wie eine aktuelle Studie ergeben hat. Besonders im Öffentlichen Verkehr werden Frauen sexuell belästigt. Die Dunkelziffer bei Vergewaltigungen ist hoch. Nur wenige möchten darüber reden.

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Mobbing an Schulen

5. April 2019

Aus Traumasicht rate ich Betroffenen und Eltern frühzeitig mit jemandem über das Mobbing an der Schule zu reden. Häufig bemerken es KlassenkameradInnen gar nicht, oder schauen teilnahmslos zu und verstärken damit die Handlungen des Mobbers. Klassenlehrer / Lehrerin, Schulsozialarbeit und Schulleiter informieren und weiteres Handeln mit ihnen absprechen. Eine Anzeige bei der Polizei in Betracht ziehen, sollten ergriffene Massnahmen nichts bringen.

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