romy fischer

körper, seele und geist heilend begegnen

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Appell Sexuelle Selbstbestimmung schützen – mein Feedback an Amnesty

26. Februar 2020

Wenn Sie das Anliegen unterstützen möchten, nutzen Sie bitte diesen Blog-Beitrag vom 25. Februar 2020.

Guten Tag

Ich unterstütze Ihren Appell aus der Sicht als Traumatherapeutin. Meine Hauptaufgabe in der traumatherapeutischen Arbeit besteht im Auflösen der Immobilitätsreaktion, des Freezes welcher bei einer überwältigenden Erfahrung entsteht. Wie eine skandinavische Studie aus dem Jahr 2017 feststellt waren 70% der 296 befragten Frauen von diesem Freeze betroffen, davon 40% extrem schwer. Die Studienmacher raten, diese Tatsache in die Rechtsprechung mit einzubeziehen. Das kann ich voll und ganz unterstützen.

Ich bin auf der Suche nach einem gewichtigen Medium welches diese Tatsache auch der Bevölkerung zugänglich macht, denn viele Betroffene machen sich Vorwürfe, dass sie sich nicht gewehrt haben. Ich bitte Sie in diesem Sinne Aufklärung zu betreiben. Es würde die Dunkelziffer von unangezeigten Übergriffen senken, wäre bekannt, dass Betroffene sich nicht wehren konnten, dies aber nicht bedeutet, sie hätten es gewollt. Es würde auch endlich die Schuld- und Schamfrage lösen, welches das Dilemma, etwas nicht zu wollen und trotzdem sich nicht zu wehren mit sich bringt.

Herzlichen Dank und freundliche Grüsse
Fischer Romy

Appell: Sexuelle Selbstbestimmung schützen

25. Februar 2020

Wir fordern mit diesem Appell eine grundlegende Revision des Sexualstrafrechts, damit alle sexuellen Handlungen ohne Einwilligung adäquat bestraft werden können und somit die Schweizer Gesetzgebung mit internationalen Menschenrechtsnormen wie der Istanbul-Konvention konform ist. Diese Revision erachten wir nicht nur vor dem Hintergrund der im Dezember 2017 ratifizierten Istanbul-Konvention des Europarats erforderlich, sondern auch gesellschaftspolitisch dringend notwendig.

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Was ist sexueller Missbrauch bei Kindern?

11. Oktober 2019

Sexueller Missbrauch von Kindern bezeichnet willentliche sexuelle Handlungen mit, an oder vor Kindern (vgl. WHO, 1999, S. 15-16). Bei Erwachsenen spielt dabei oft ein Machtgefälle zwischen dem Täter und seinem kindlichen Opfer eine zentrale Rolle. Sexuelle Übergriffe können jedoch auch von gleichaltrigen Kindern oder auch Geschwistern ausgehen.

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Weshalb wehren sich Vergewaltigungsopfer nicht?

19. September 2019

Schockstarre, tonische Immobilität, Totstellreflex, drei Begriffe für ein und dasselbe. Eine Studie welche 2017 in der Zeitschrift Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica veröffentlicht wurde stellt fest, dass der Zustand der Schockstarre weitaus verbreiteter ist als bisher angenommen.

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Sexualstrafrechtspraxis versus Totstellreflex

14. September 2019

Eine vertieftere Betrachtung des Alltäglichen und doch Unbekannten.
Ausgangslage im Schweizerischen Strafrecht
Während dem die im Mai 2011 verfasste und in der Schweiz am 1. April 2018 in Kraft getretene „Europäische Konvention zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ (die sogenannte „Istanbul-Konvention) besagt, dass nicht nur Vergewaltigung sondern jede sexuelle Handlung mit einer anderen Person ohne gegenseitiges Einverständnis als Straftat zu gelten habe, unterscheidet das hoffnungslos veraltete schweizerische Sexualstrafrecht u.a. noch immer „Vergewaltigung“ (Art 190) und „Sexuelle Nötigung“ (Art. 189).

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